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Meditation

Meditation

Hauptfokus:

Mit CFS leben bedeutet oft, mit grossen Wellen surfen zu müssen. Meditation lehrt dich, diese Wellen nicht beseitigen zu wollen, sondern dich auf dem Brett zu halten – präsent, lebendig und mit Würde.

Dazu brauchst du nichts weiter zu tun, als dich täglich für ein paar Minuten ruhig hinzusetzen, deinen Atem zu beobachten und zu schauen, was passiert - ohne etwas verändern zu wollen. 

Meditation kann dir helfen, dich in der Krankheit besser zurecht zu finden.

Das Fundament jeder Genesungsreise ist Achtsamkeit und Gewahrsein.


Jede Entscheidung, die du triffst – sei es beim Erweitern deiner Baseline, bei der Wahl von Behandlungsmethoden oder bei der Frage, wann Erholung nötig ist – beginnt mit Gewahrsein.


Du musst wahrnehmen, was passiert. Denn was du nicht wahrnimmst, kannst du nicht verändern. Gewahrsein ist das offene Wahrnehmen dessen, was in dir und um dich geschieht. Achtsamkeit bedeutet, dieses Wahrnehmen bewusst zu lenken – mit einer Haltung von Interesse, Akzeptanz und Freundlichkeit.

Meditation kann dabei helfen, diese Fähigkeit zu schulen und im Alltag immer wieder in Kontakt mit dir selbst zu bleiben.

Was ist Meditation?

Wichtig: Achtsamkeitsmeditation ist keine schnelle Lösung, kein Trick, um Symptome wegzumeditieren. Sie ist eine tiefgreifende Veränderung deiner Beziehung zu dir selbst und zu dem, was geschieht.

 

Sie ist die Kunst, still zu werden und wahrzunehmen, was gerade ist – ohne zu fliehen, ohne zu urteilen, ohne etwas erzwingen zu wollen. Es ist die Bereitschaft, dich dem gegenwärtigen Moment zuzuwenden, auch wenn er schwierig ist. 

Eine schöne Metapher dafür ist das Meer: An der Oberfläche kann es stürmen, Wellen türmen sich auf, der Wind peitscht – doch in der Tiefe bleibt das Wasser still und klar.


Meditation lädt dich ein, diese Tiefe in dir selbst zu finden – jenen ruhigen Ort, der unter allen Gedanken, Sorgen und Symptomen unverändert bleibt.

Mit der Zeit entsteht daraus etwas sehr Wertvolles: die Fähigkeit, dich selbst zu beobachten, ohne dich mit allem zu identifizieren, was in dir auftaucht. Gedanken kommen und gehen wie Wolken am Himmel. Gefühle entstehen, verändern sich, lösen sich wieder auf. Du lernst, einfach zuzuschauen, ohne sofort zu reagieren.

Warum Meditation bei CFS helfen kann

Bei CFS befindet sich das Gehirn in einem dauerhaften Alarmzustand und sucht ununterbrochen nach Gefahren – auch dort, wo keine mehr sind. Diese ständige Alarmbereitschaft hält die sogenannten limbischen Loops am Laufen.

Meditation wirkt hier wie ein sanftes Gegengewicht. Wenn du lernst, deine Gedanken, Körperempfindungen und Emotionen nur zu beobachten, statt sie zu bewerten, sendest du deinem Gehirn ein neues Signal: "Ich bin sicher."
Das beruhigt das limbische System, aktiviert den Parasympathikus und erlaubt deinem Körper, wieder in einen Zustand von Regeneration und Heilung zu gelangen.

Die Haltung des Nicht-Strebens ist dabei zentral. Paradoxerweise beginnt Heilung oft genau dann, wenn wir aufhören, zwanghaft danach zu streben. Wenn du in der Meditation lernst, die Dinge sein zu lassen, wie sie sind – auch deine Symptome, auch deine Erschöpfung – schaffst du einen Raum, in dem Veränderung auf natürliche Weise geschehen kann.

Meditation ist deshalb ein mächtiges Werkzeug der Neuroplastizität: Du lernst, dein Gehirn auf Sicherheit umzuprogrammieren – und das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass dein Körper heilen kann.

Anleitung zur Achtsamkeitsmeditation

Setze oder lege dich bequem hin.
Schliesse, wenn du magst, die Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf den Atem.
Spüre, wie sich dein Bauch oder Brustkorb hebt und senkt.

Versuche nicht, den Atem zu kontrollieren – beobachte ihn einfach, so wie er ist.
Wenn Gedanken auftauchen (und das werden sie), bemerke sie freundlich – ohne zu urteilen –
und kehre sanft mit deiner Aufmerksamkeit zum Atem zurück.

Alles, was du wahrnimmst – Geräusche, Körperempfindungen, Gefühle – darf da sein.
Du musst nichts verändern oder erreichen.
Du übst nur, im Moment zu sein und wahrzunehmen, was jetzt geschieht.

Beginne mit wenigen Minuten täglich und steigere dies so weit, wie es für dich stimmt - idealerweise mind. 30 Minuten täglich. 

Mit der Zeit wirst du merken, dass diese einfache Übung dein Nervensystem beruhigt und dich gelassener mit dir selbst und deinen Symptomen umgehen lässt.

 

Oftmals ist es zu Beginn einfacher, mit angeleiteten Meditationen zu üben.

  • Eine sehr empfehlenswerte App dazu ist Insight Timer. Sie bietet diverse Meditationen aber auch NSDR (Yoga Nidra), Atemübungen u.a. Wenn du nach "MBSR"​ suchst findest du viele Meditationen nach dem Ansatz von Jon Kabat-Zinn (z.B. Bodyscan, Sitzmeditation, Achtsamkeitsmeditation etc.). 

  • Hier findest du ebenfalls sehr hilfreiche Sessions (kostenlos). 

Weitere praktische Übungen

Weiterführende Links & Quellen

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